Vom API-Chaos zum interaktiven Salsa-Dashboard

Musik verbindet Welten und Kulturen. Aber wusstest du, dass die Daten hinter der Musik einen manchmal in den Wahnsinn treiben können? Als ich beschloss, ein interaktives Tableau-Dashboard zu entwickeln, das die geografischen Wurzeln und Audio-Features (wie die BPM-Geschwindigkeit) von legendären Salsa-Klassikern visualisiert, ahnte ich nicht, wie viele Wendepunkte dieses Projekt haben würde.

Heute steht mein funktionierender MVP (Minimum Viable Product). Doch der Weg dorthin war alles andere als eine gerade Linie – es war eine Reise voller Umbrüche, technologischer Kurswechsel und hartnäckiger Problemlösungen.

Der API Dschungel

Mein ursprünglicher Plan war ambitioniert: Ich wollte die Daten der Spotify-API mit Metadaten der MusicBrainz-API vollautomatisch in Alteryx verknüpfen. Doch wer schon einmal versucht hat, zwei völlig unterschiedliche Musik-Datenbanken rein über Künstlernamen zu matchen, kennt das Problem. MusicBrainz warf IDs aus, die nicht zu meinen Spotify-Tracks passten. Zeilen verschoben sich, Daten stimmten nicht überein.

Anstatt aufzugeben, habe ich das System umgeworfen. Ich nutzte Alteryx RegEx-Tools, um saubere Track-IDs direkt aus den Spotify-href-URLs herauszuschneiden. Doch bei genau 16 handverlesenen Master-Tracks wurde mir irgendwann klar: Work smarter, not harder. Um die absolute Kontrolle über die Datenintegrität zu behalten und die exakten Herkunftsländer (Kuba, Kolumbien, Puerto Rico und die USA/New York) sauber zu mappen, stieg ich auf ein perfekt strukturiertes Excel-Backend um. Ein massiver Kurswechsel, der den Durchbruch brachte.

Als die Daten endlich sauber in Tableau flossen, sah das Dashboard aus wie... nun ja, wie eine typische Unternehmenssoftware. Graue Balken, standardisiertes Blau und weiße, klobige Tabellenkästen. Das passte absolut nicht zu der feurigen, lebendigen Seele der Salsa-Musik. Ich wollte ein Design, das an das goldene Zeitalter der Fania Records in den 1970ern erinnert – warm, einladend und tiefgründig.

Ich warf das Standard-Design komplett über den Haufen:

  1. Die Farbpalette: Ich flutete das Dashboard mit einem tiefen, sonnengewandten Sand-Farbton und färbte die Länder-Polygone auf der Karte in einem kräftigen Terracotta.
  2. Die Transparenz: Durch das gezielte Entfernen der standardmäßigen weißen Arbeitsblatt-Hintergründe verschmolzen die Karte und die Listen nahtlos mit der warmen Leinwand.
  3. Live-Bilder per Image Role: Anstatt langweiliger Textzeilen zieht sich Tableau nun über Live-Web-URLs die echten Cover- und Künstlerporträts direkt in die Zeilen.

Das Fundament steht: Ausblick auf die Zukunft

Der aktuelle MVP ist ein echtes Erlebnis und zeigt, dass die Logik perfekt funktioniert. Wenn man auf der Karte auf Kolumbien, Kuba oder Puerto Rico klickt, filtert sich die Künstlerliste im eleganten Espresso-Braun sofort auf die lokalen Pioniere. Gleichzeitig lädt das eingebettete Spotify-Widget die passenden Tracks zum direkten Streamen im Browser.

Trotz dieses Erfolgs bin ich noch lange nicht am Ziel. Die aktuellen Daten kratzen für mich nur an der Oberfläche und entsprechen noch nicht komplett meinem persönlichen Geschmack. Aber genau das ist das Schöne an einem echten MVP: Er ist kein endgültiger Schlusspunkt, sondern das stabile, funktionierende Fundament für etwas viel Größeres.

Dieses Projekt werde ich definitiv weiter aufgreifen und massiv ausbauen. In den nächsten Phasen möchte ich tiefer in die echten Spotify-Audio-Features eintauchen – wie Danceability (Tanzbarkeit) oder Energy – und eine historische Zeitachse integrieren, um die Evolution des Rhythmus von den 1960ern bis heute greifbar zu machen. Der Clave-Rhythmus lebt – und dieses Projekt fängt gerade erst an!

Author:
Shabnam Dost
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